Use Case

Prozessoptimierung im Lager: 20 Interviews, 1 Methodik, 10 Stunden Einsparung pro Tag

Wie eine strukturierte Prozessanalyse in der Kontraktlogistik verborgene Produktivitätsreserven aufdeckt – und welche Rolle ein LVS dabei spielt.

BrancheKontraktlogistik / Multi-User Warehouse
Ergebnis10 bis 12 Mitarbeiterstunden Einsparung pro Tag

Ausgangssituation

Ein Kontraktlogistik-Dienstleister in Süddeutschland betreibt ein Multi-User-Warehouse mit verschiedenartigen Kunden aus den Bereichen Möbel, Elektro, Online-Handel, Haushaltswaren und Reifen. Die Lagerhaltung verteilt sich auf mehrere angebaute Hallenkomplexe, die über die Jahre organisch gewachsen sind.

Das zentrale Problem: Lange Wege zwischen Wareneingang und Warenausgang sowie zwischen den einzelnen Lagerbereichen. Jeder Kunde bringt eigene Anforderungen an Lagerhaltung, Kommissionierung und Versand mit. Die kaufmännische Abwicklung ist aufgabengetrieben organisiert – nicht kundenorientiert. Die Folge: redundante Prozessschritte, intransparente Zeitaufwände und eine Personalauslastung, die deutlich unter dem Branchenbenchmark liegt.

Vorgehensweise

ROTH Logistikberatung setzt bei Kontraktlogistik-Projekten auf einen dreistufigen Prozessansatz, der sowohl die gewerblichen als auch die kaufmännischen Abläufe systematisch erfasst und bewertet.

Stufe 1: Prozessaufnahme und Dokumentation

In 20 strukturierten Interviews mit Mitarbeitern aller operativen Ebenen wurden sämtliche Abläufe dokumentiert: Wareneingang, Ein- und Auslagerung, Umlagerung, Kommissionierung, Verpackung und Warenausgang. Für jeden Kunden wurden die individuellen Prozessvarianten erfasst – von der Anlieferung bis zur Auslieferung. Parallel dazu erfolgte die Vermessung der innerbetrieblichen Transportwege mit exakten Distanzen und Häufigkeiten.

Stufe 2: Prozessvergleich und Benchmark

Die dokumentierten Ist-Prozesse wurden kundenübergreifend verglichen. Dabei zeigte sich, dass zahlreiche Tätigkeiten zwar unterschiedlich ausgeführt, im Kern aber identisch sind. Durch den Abgleich mit der ROTH-Benchmark-Datenbank – aufgebaut aus über 25 Jahren Projekterfahrung in der Kontraktlogistik – ließen sich konkrete Abweichungen quantifizieren. Die Analyse des Digitalisierungsgrads offenbarte, dass wesentliche Prozesse noch manuell oder mit Hilfe von Excel-Listen gesteuert wurden.

Stufe 3: Soll-Konzeption und LVS-Anforderungen

Auf Basis der Analyse wurde ein neues Lagerhaltungskonzept entwickelt. Lagerorte wurden nach Umschlagshäufigkeit und Kundenstruktur neu zugeordnet. Regaltypen und Equipment wurden an die tatsächlichen Anforderungen angepasst. Entscheidend war die Definition von IT-Anforderungen: Der Abgleich der Zielprozesse mit den Funktionen eines Lagerverwaltungssystems (LVS) bildete die Grundlage für die IT-gestützte Umsetzung. ROTH übernahm die Abstimmungsaufgaben zwischen dem Kunden und dem externen IT-Dienstleister für die LVS-Einführung.

Ergebnisse

Die Neuorganisation der Lagerhaltung und Optimierung der Abläufe führte zu messbaren Ergebnissen:

  • 10 bis 12 Mitarbeiterstunden tägliche Einsparung durch Reduktion innerbetrieblicher Transportwege
  • Prozessbeschleunigung in der Kommissionierung und im Warenausgang durch veränderte Lagerortzuordnung
  • Standardisierte Prozesse für alle Kunden, die über das LVS abgebildet und gesteuert werden
  • Definierte Anforderungen für die LVS-Anbindung als Grundlage nachhaltiger Produktivitätssteigerung

Die Amortisation der Beratungskosten wurde bereits innerhalb der ersten drei Monate erreicht.

Fazit

Produktivitätsreserven in der Kontraktlogistik liegen oft nicht in einzelnen Arbeitsschritten, sondern in der Gesamtorganisation: in den Wegen zwischen den Lagerbereichen, in redundanten Prozessvarianten für verschiedene Kunden und in fehlender IT-Unterstützung. Der Prozessansatz von ROTH Logistikberatung kombiniert operative Aufnahme vor Ort mit einer erprobten Benchmark-Methodik und liefert umsetzungsfähige Ergebnisse – vom optimierten Lagerhaltungskonzept bis zur LVS-Anforderungsbeschreibung.

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