Logistik-Benchmark
Colli pro Mitarbeiterstunde: Was ist ein guter Wert?
Richtwerte aus über 50 detailliert analysierten Hallen – mit Berechnung, Einordnung und den Hebeln, die den Unterschied machen.
Kurz gesagt: Im Stückgutumschlag liegt der typische Ist-Wert bei18 bis 20 Colli je Mitarbeiterstunde. Organisatorisch erreichbar sind rund 20 bis 25, und Benchmarkführer erreichen über 30Colli je Mitarbeiterstunde. (Datenbasis: ROTH-Benchmark-Datenbank, über 50 detailliert analysierten Hallen.)
Definition
Colli je Mitarbeiterstunde misst, wie viele Packstücke (Colli) eine Halle pro produktiver Mitarbeiterstunde umschlägt – also je geleisteter Hallenstunde im Umschlag (Ent- und Verladen, Sortieren), nicht je bezahlter Stunde inklusive Pausen oder Disposition. Ein Collo reicht vom Päckchen bis zur Palette; aussagekräftig ist der Wert daher nur im Vergleichähnlicher Colli-Strukturen. Es ist nicht die Lager-Kommissionierleistung (Picks je Stunde), sondern die Umschlagsproduktivität – unabhängig von Hallengröße und Tonnage.
Benchmark-Werte im Überblick
Die folgenden Richtwerte gelten für den Stückgut-Hallenumschlag und sind als Orientierung gedacht. Sie stammen aus der ROTH-Benchmark-Datenbank, die über Jahre aus Analysen in Speditions- und Umschlaghallen vergleichbarer Größe aufgebaut wurde.
| Niveau | Colli je Mitarbeiterstunde |
|---|---|
| Unteres Drittel | unter 18 |
| Typischer Ist-Wert | 18 – 20 |
| Organisatorisch erreichbar | 20 – 25 |
| Benchmarkführer | über 30 |
Wichtig zur Einordnung: Der richtige Zielwert ist prozessabhängig. DieEntladung erreicht je Bewegung höhere Werte als die Verladung, und im Sammelgut-Depotumschlag liegt die Leistung mengenbedingt niedriger. Eine einzelne Pauschalzahl greift daher zu kurz – entscheidend ist der Vergleich gegen vergleichbareHallen und Prozesse.
So wird die Kennzahl berechnet
Die Formel ist einfach, die Datenqualität ist der Knackpunkt:
Zwei häufige Fehler verfälschen das Ergebnis: Erstens werden oft alle bezahlten Stunden angesetzt statt nur der produktiven Zeit. Zweitens werden Ent- und Verladung in einen Topf geworfen, obwohl sie sehr unterschiedliche Leistungswerte haben. Belastbar wird die Kennzahl erst, wenn die Prozesszeiten je Bezugsgröße sauber erfasst sind.
Warum die meisten Hallen unter ihrem Potenzial liegen
In unseren Analysen liegt die Auslastung des Hallenpersonals häufig deutlich unter dem Erfahrungswert von über 90 % – ohne dass es im Tagesgeschäft auffällt. Die drei wiederkehrenden Ursachen sind organisatorisch, nicht technisch:
| Hebel | Was passiert |
|---|---|
| Bedarfsgesteuerte Personalplanung | Einsatz nach Tagesvolumen statt starrer Präsenzschicht – koppelt Personal an den echten Bedarf. |
| Wegeoptimierte Hallenorganisation | Entladezonennahe Relationen und kurze Wege heben die Leistung, ohne einen Cent in Technik. |
| Tägliches Produktivitätscontrolling | Steuerung über Prozesszeiten statt monatlicher BWA – Abweichungen werden am selben Tag sichtbar. |
Wo steht Ihre Halle?
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Datenbasis: ROTH-Benchmark-Datenbank aus über 50 detailliert analysierten Hallen, Stand 2026. Die genannten Werte sind Richtwerte; der konkrete Zielwert hängt von Hallentyp, Sammelgut- vs. Kontraktlogistik und Colli-Struktur ab und wird im Projekt individuell ermittelt.
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